Der Tierbestand auf Gut Darß

Die ökologische Landwirtschaft mit der Produktion und Vermarktung von Bio Rindfleisch ist die Kernaufgabe von Gut Darß. Langjährige Erfahrung und Kompetenz im Bereich der Rinderhaltung, eingebunden in ökologisches Denken und Handeln, zeichnen die Landwirte in Mecklenburg Vorpommern aus. So kann auch Gut Darß den Abnehmern in Verarbeitungsindustrie und im Lebensmitteleinzelhandel ein naturbelassenes Bio-Produkt von streng kontrollierter und gleichbleibend hoher Fleisch- und Genussqualität anbieten.

Vor diesem Hintergrund hält der Betrieb rund 4.700 Rinder, vornehmlich rotbraunes Fleckvieh. Die zusätzliche Zucht von Schafen, Burenziegen und Wasserbüffeln ermöglicht eine Erweiterung der beim Verbraucher begehrten Bio Produktpalette.

Rinder

Als Mutterkühe werden auf Gut Darß die Rinderrassen Fleckvieh und Charolais gehalten. Zum Bullenbestand gehören die Rassen Deutsch Angus, Charolais, Gelbvieh, weißblaue Belgier und Fleckvieh. Diese Rassen und die Tiere, die aus den Kreuzungen der genannten Rassen hervorgehen, zeichnen sich durch ihre gute Robustheit und eine hervorragemde Fleischqualität aus. Mit einem Tierbestand von rund 4.700 Rindern mit allein 2.100 Mutterkühen wird die eigene Aufzucht sichergestellt. Jedes von Gut Darß verkaufte Rind wurde vor Ort geboren und aufgezogen

Rinterarten

Weißblaue Belgier

Gelbvieh

Fleckvieh

Deutsch Angus

Charolais

Die tierärztliche Betreuung übernehmen ausschließlich Vertragsärzte, die den Bestand auf Gut Darß über Jahre hinweg betreuen und kompetent versorgen. Medikamentös behandelte Tiere scheiden aus der Bio-Vermarktung aus. Eine mindestens dreifache Wartezeit nach Medikamenteneinsatz wird hier vorausgesetzt, um die Vorgaben der Ökokontrolle zu erfüllen. Die Tiere werden in separaten Krankenbuchten im Stall behandelt, damit eine Ansteckungsgefahr der anderen Tiere verhindert und die Hygienevorschriften eingehalten werden können. Unsere Tierärzte konzentrieren sich zudem auf vorbeugende Maßnahmen wie:

  • Ideale Haltungsbedingungen

  • Zugelassene Desinfektionsmittel

  • Einsatz hornloser Vererber

Schafzucht

Die Schafzucht ist eine besonders erfolgreiche Unternehmung des Gutes. Zum 1. Januar 2006 trat der erfahrene, alte Schäfer Zimmer seinen wohlverdienten Ruhestand an und übergab seine Herde in die Obhut von Gut Darß. Mittlerweile wurden an den Standorten Michaelsdorf und Barth zwei Schäfereien gegründet, die sich als eigenständiger Geschäftsbereich etabliert haben. 4.000 Schafe, davon 2.200 Mutterschafe weiden heute auf dem Darß. Das Unternehmen »Schafzucht« hat gute Gründe: Ein wichtiger Punkt ist die Erhaltung der traditionellen Schafzucht in Vorpommern. Sie bildet im ökologischen Gleichgewicht ein bedeutsames Stück Landschaftspflege, das auszusterben drohte. Auch die natürliche Pflege der Boddendeiche durch die gefräßigen Herdentiere wird hiermit gesichert.

Die Standorte

Zwei eigenständige Schäfereien an den Standorten Michaelsdorf und Barth bilden gemeinsam den Geschäftsbereich »Schafzucht« des Gutes. Im November 2006 wurde in Michaelsdorf eine traditionsreiche Schäferei übernommen, die gemeinsam mit dem Standort Barth mittlerweile über rund 4.000 Schafe verfügt.

Michaelsdorf liegt am Rande des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft, der sich vom Darßer Weststrand über die Boddenkette bis zur Insel Hiddensee erstreckt. Barth befindet sich am südlichen Ufer des Barther Boddens und ist Teil der durch die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst von der Ostsee getrennten Boddenkette.

Die Merkmale der Rasse

Das Deutsche Schwarzköpfige Fleischschaf bildet die zweitgrößte Schafrasse in Deutschland. Das kräftige Schaf mit seinen charakteristischen Formen wurde traditionell vor allem wegen seines geschmackvollen Fleisches gezüchtet. Kopf und Beine sind schwarz und wollig. Das Schwarzköpfige Fleischschaf ist äußerst fruchtbar, liefert eine exzellente Fleischqualität und eignet sich für alle Haltungsformen. Seine Weide-, Marsch- und Pferchfähigkeit werden hoch gelobt.

Die »Schwarzköpfe« gehen auf englische Fleischschafrassen zurück, die ab 1870 nach Deutschland eingeführt wurden. Der Rückgang der Wollpreise und die zunehmende Bedeutung der Fleischerzeugung waren der Grund für den Bedarf. In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sind die Tiere heute besonders verbreitet.

Ziegenzucht

Der Ziegenhof Gut Darß beherbergt eine der größten Burenziegenherden Deutschlands. Dieser Geschäftsbereich des Gutes hat sich schnell entwickelt, denn die südafrikanische Burenziege erfreut sich wachsender Beliebtheit: Immer mehr Verbraucher lernen die leckeren Spezialitäten schätzen, die aus ihrem saftigen Fleisch hergestellt werden. Leberwurst, Mettwurst, Jagdwurst, Salami, Schinken, Bratwurst, geräucherte Schinken und sogar zarte Pasteten lassen sich aus dem feinen Fleisch der Burenziege herstellen.

Das Fleisch der Burenziege liefert reichlich Eiweiß, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Dabei besitzt es den großen Vorteil, dass ihm der sonst so typische Ziegengeruch fehlt! Selbst in Haltung und Pflege bereiten die Tiere unseren Mitarbeitern nur Freude: Burenziegen können über lange Zeit bei geringem Futteranspruch gehalten werden und sind berühmt für ihr ruhiges Temperament, was ihre Weidehaltung auf dem Gutsland enorm erleichtert.

Die Merkmale

In Südafrika und Namibia wurde die Burenziege aus anderen Ziegenarten herausgezüchtet. Von dort aus exportierte man eine kleine Zahl der Tiere zur Haltung nach Deutschland. Hier werden sie besonders für ihr zartes Fleisch geschätzt, das auch Allergiker und Diabetiker bestens vertragen.

Die Burenziegen besitzen einen langen, charakteristischen Rumpf, breite Schultern und eine kräftige Brust mit ausgeprägter Rippenwölbung, einen geraden Rücken und muskulöse, lange Beine. Die kurzhaarigen Ziegen haben eine weiße Grundfarbe mit teilweise rotem Kopf und Flecken an Hals, Brust und Bauch. Viele der Tiere haben Hörner und Hängeohren. Für die wichtige Fleischerzeugung eignen sich die »niedrigen« Tiere besonders – die volle Bemuskelung an Keule, Rücken, Schulter und Brust lässt sich schon bei Lämmern erkennen.

Burenziegen haben eine beeindruckend lange Brunstsaison: Bis zu dreimal bekommen sie innerhalb von zwei Jahren ihre Lämmer. Die ruhigen, ausgeglichenen Tiere können problemlos mit vielen anderen Tierarten, wie Schafen, Pferden und Rindern gehalten werden und eignen sich in der Landschaftspflege besonders zur Bekämpfung der Verbuschung: Alle Voraussetzungen für ein glückliches Leben auf dem Gutsland! 

Allgemein besitzen Burenziegen gegenüber Milchziegen einen höheren Fleischanteil. Aus ihrem besonders zarten und cholesterinarmen Fleisch werden zahlreiche Spezialitäten hergestellt, deren Fettgehalt weitaus niedriger ist, als der von Rind- oder Schweinefleisch. Einige der begehrten Spezialitäten von der Burenziege sind auch im Hofladen auf Gut Darß erhältlich.

Büffelzucht

Eine Premiere für den Darß: Auf dem Gutsland grast die erste Büffelherde der Halbinsel. Die genügsamen und anpassungsfähigen Tiere, die in der Natur in Gruppen von 30-40 Büffeln leben, ernähren sich vor allem von Gräsern, fressen aber auch fast jede Art von Ufervegetation.

Die Domestikation dieser uralten Tierart begann bereits 3000 Jahre vor unser Zeitrechnung. Seit dem 13. Jahrhundert in Südosteuropa eingeführt, sind heute insgesamt etwa 50 verschiedene Rassen bekannt, unter ihnen die Gruppen der Flussbüffel- und der Sumpfbüffelrassen.

An das salzige Seeklima haben sich die imposanten Tiere mit den langen, gerippten Hörnern bereits gewöhnt - die ersten Kälber wurden auch schon geboren. Ganz uneigennützig ist ihre Gutshaltung allerdings nicht: Landschaftspflege ist die eigentliche Hauptaufgabe der Büffel, die sich im Gegensatz zu anderen Arten bestens für das Leben auf den weitläufigen, z. T. sehr feuchten Gutsflächen eignen.

Dazu ist das köstliche Büffelfleisch eine ideale Ergänzung für das Sortiment des Hofladens und besitzt viele ausgezeichnete Eigenschaften. Gesunder, saftiger Genuss mit vielen Vitaminen!

Während die Sumpfbüffel hauptsächlich im Raum Südostasien als Arbeitstiere eingesetzt werden, gelten die Flussbüffel besonders in Indien und Pakistan als hervorragende Milchlieferanten. Zwei weitere Unterschiede: Sumpfbüffel besitzen 48 Chromosomen und suhlen in Schlamm, Flussbüffel besitzen 50 Chromosomen und suhlen im Wasser.

Die domestizierten Tiere sind sehr viel kleiner als ihre wild lebenden Artgenossen und selten schwerer als 500 Kilogramm. Die Farbe der wilden Tiere ist grau, braun oder schwarz, bei den Tieren in Haltung gibt es gelegentlich auch schwarz-weiß gescheckte oder ganz weiße Tiere.

Der Büffelkopf ist meist lang, die Ohren sind eher klein. Beide Geschlechter tragen die stark gerippten, im Querschnitt dreieckigen Hörner, wenn auch jene der Weibchen meistens kürzer sind. Die gespreizten Hufe geben den kräftigen Tieren auch auf feuchtem, weichen Untergrund immer einen festen Stand.

Menschen gegenüber verhalten sie sich friedlich: Die domestizierten Tiere gelten als folgsam, sind sehr sensibel und lassen sich manchmal sogar von Kindern lenken. Gegenüber Fremden reagieren sie allerdings eher neugierig bis furchtsam

Büffel sind widerstandsfähig gegen Klimaeinflüsse: Die genügsamen Tiere können sich auf Grund ihrer breiten Klauen auch auf feuchtem Weideland hervorragend bewegen. Deshalb eignen sie sich besonders zur Landschaftspflege auf feuchtem Grünland, das von Rindern nicht beweidet werden kann.

Das Fleisch junger Tiere ist sehr zart, bei älteren Büffeln hat es eher einen wildaromatischen Geschmack. Es ist eiweißreich, gleichzeitig fettarm und weist einen hohen Vitamingehalt auf. Dafür ist der Cholesteringehalt des etwas dunkleren Büffelfleischs geringer als der von Rindfleisch: Das gilt auch für die wohlschmeckende Milch der Tiere.

In Deutschland leben heute rund 1.500 Büffel bei etwa 70 Haltern. Meistens werden die Tiere zur Mutterkuhhaltung, Milchgewinnung und Landschaftspflege eingesetzt. Die Kosten liegen zwischen 2.000 und 3.500 Euro je Tier.